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Ins Ausland gehen / Erasmus

Entsprechend der internationalen Ausrichtung des Studiengangs zieht es viele Kuwis während ihres Bachelorstudiums ins Ausland, allerdings ist ein Auslandssemester weder Pflicht, noch im Modulplan vorgesehen. Die Erfahrungen vieler Kuwigenerationen, die ein oder mehrere Semester ihres Studiums an einer ausländischen Universität verbracht haben, zeigen allerdings, dass sich ein Auslandsaufenthalt durchaus auch im Rahmen unseres prüfungslastigen Studiums realisieren lässt – wenn auch nicht immer ohne Einschränkungen. Wer einen Auslandsaufenthalt ins Auge fasst, sollte genau planen. Denn schließlich sollte sichergestellt werden, dass die im Ausland erbrachten Leistungen auch an der UDE anerkannt werden. Es lohnt sich also!

Die Universität Duisburg Essen bietet verschiedenen Fördermöglichkeiten für einen Aufenthalt im Ausland an, ob im Rahmen eines Auslandssemesters oder einen Praktikums. Mehr Infos dazu findet ihr in unserem Artikel: Stipendien/Fördermöglichkeiten für Kulturwirt Studenten.

Speziell für Interessenten an einem ERASMUS Stipendium möchten wir Euch einen Plan an die Hand geben, der die wichtigsten Stationen der Vorbereitung eines Auslandssemesters zeigt.

Leitfaden zum Erasmusaufenthalt

  • Was ist Erasmus?

Das Erasmus-Programm (European Region Action Scheme for the Mobility of Erasmus Students) ist ein europäisches Austauschprogramm, das Studierenden einen Aufenthalt von 3-12 Monaten an ausländischen Universitäten ermöglicht. Es wird aus EU-Geldern finanziert und gewährleistet, dass im Gastland keine Studienbebühren gezahlt werden müssen. Außerdem erhalten die Teilnehmer einen monatlichen Mobilitätszuschuss, der in seiner Höhe je nach Zielland variiert.
Gefördert werden Aufenthalte in den 27 Mitgliedsländern der EU sowie in Norwegen, Island, der Türkei und Liechtenstein.

  • Bewerbungsverfahren

Es wird grundsätzlich empfohlen 1 Jahr vor dem Auslandsaufenthalt mit der Planung zu beginnen. Dazu gehört, sich zunächst darüber zu informieren, welche Länder über das eigene Fach zugängig sind. Falls das Wunschziel nicht dabei sein sollte, besteht immer noch die Möglichkeit, sich auch über andere Fächer der Fakultät zu bewerben (z.B Anglisten über die Germanistik). Dabei ist aber zu beachten, dass man als „Fremdbewerber“  im Fall der Fälle möglicherweise nicht bevorzugt wird. Trotzdem kann es sich aber lohnen den Versuch zu wagen!
Wenn man sich also entschieden hat, wo man seine Auslandserfahrungen sammeln will und über welches Fach man sich bewirbt, kann man damit anfangen, sein Motivationsschreiben aufzusetzen und den Lebenslauf zusammen zu stellen. Abzugeben sind die Sachen bei eurem Erasmus-Ansprechpartner. Bewerbungsfrist ist normalerweise Ende Januar.

  • Leistungsnachweis

Damit man nicht unendlich viele Semseter dranhängen muss, um das Verpasste nach dem Auslandsaufenthalt aufzuholen, kann man sich die Seminare und/oder Vorlesungen, die man im Ausland absolviert, hier anrechnen lassen. Um sicher zu stellen, dass alles klappt, sucht man sich im Voraus aus dem Vorlesungsverzeichnis der Partneruniversität die Kurse heraus, die man gerne machen würde und die gleichzeitig angelehnt sind an den Inhalt der Veranstaltungen, die man sonst in Deutschland hätte. Die Namen und ggf. die Nummern der Kurse sind in das Learning Agreement einzutragen und dann vom Erasmus-Koordinator und dem Auslandsamt zu unterzeichnen. Nach dem Auslandsaufenthalt werden die Noten und Credit Points der im Ausland erbrachten Leistungen in das Transcript of Records eingetragen und können so anerkannt werden.
Am besten hält man auch Rücksprache mit den Dozenten, deren Kurse man angerechnet haben möchte, damit es im Nachhinein keine bösen Überraschungen gibt.

  • Finanzierung

Zusätzlich zu dem Erasmus-Mobilitätszuschuss kann man auch Auslands-BAföG beantragen. Dieses kann auch bewilligt werden, wenn der Student im Inland keinen Anspruch auf Förderung hat. Einfach das zuständige Studentenwerk heraussuchen, Formulare ausfüllen und abwarten!
Wichtig ist nur, dass man die Sachen früh genug abschickt; ca. 6 Monate vor dem Antritt des Auslandsaufenthalts sollte es schon sein.

  • Unterkunft

Da stehen euch mehrere Möglichkeiten offen: Wohnheim, WG, Unterkunft bei einer Familie etc. Manches lässt sich sicherlich auch von Deutschland aus organisieren, jedoch gibt es  keinen Grund zur Panik, wenn man bei der Anreise noch keine Bleibe hat – Hostels bieten für den Anfang eine gute Alternative. Zudem hat man den großen Vorteil, sich alles vor Ort anschauen und so viel besser beurteilen zu können, ob die Wohnung bzw. das Zimmer das hält, was es verspricht. Dasselbe gilt auch für Mitbewohner. Also lieber nichts überstürzen und sich in Ruhe umschauen!
Selbstverständlich kann man aber schon vorher Nachforschungen anstellen, wer sonst noch in deiner Stadt unterwegs sein wird und wie die Wohnungslage aussieht – das geht hervorragend über Gruppen im StudiVz oder Facebook. Ebenso könnten sich auf Uni-Seiten auch brauchbare Links und Informationen finden.

  • Urlaubssemester

Es ist möglich, an der Heimatuni ein Urlaubssemester zu beantragen. So spart man sich Studiengebühren und Semesterbeiträge und es werden lediglich Verwaltungsgebühren in Höhe von 12 Euro fällig.
Durch die Beurlaubung verlängert sich die Förderhöchstdauer und man ist nach der Rückkehr ein Semester unter seinem eigentlichen Jahrgang. Dies bringt auch Vorteile bei Beendigung des Studiums und der Rückzahlung des Bafög-Darlehens mit sich.
Aber: es werden keinerlei Leistungen angerechnet, die man vielleicht hier in dem jeweiligen Semester erbrigen möchte und ein Semesterticket hat man dann auch nicht!

  • Was muss ich vor Ort beachten?

Es ist sinnvoll, bei Anreise über gewisse Rücklagen zu verfügen, um für eventuelle Mietkautionen, Bustickets, Unimaterial etc. aufkommen zu können. Ebenso kann es hilfreich sein, sich vor Ort ein entsprechendes Konto einzurichten.
Informationen darüber, wie hoch die Kosten für das alles sein könnten, sind möglicherweise in einem Erasmus-Guide zu finden, falls eure Gastuni so einen bereitstellt. Dieser wäre dann auf der Uni-Homepage aufzufinden. Ansonsten kann man sich immer an Studenten wenden, die schon da waren.

Das gilt auch generell – sprecht mit ehemaligen Erasmusstudenten. Echte Erfahrungen übertreffen jede Uni-Homepage!

Dann mal viel Spaß und Erfolg bei der Bewerbung!